Dover

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„Webb’n‘ Rolls“ – Mit Kraft, Verstand und verdammt hohem Risiko


Die klassische Zeitreise in Dover findet immer ganz oben auf der Burg und natürlich im Berg statt. Das Areal der Burg mit all seinen Geheimgängen umfasst die Zeit von der römischen Eroberung bis zum Zweiten Weltkrieg.
Unten in der Stadt lassen sich in Strandnähe auf einem Grünstreifen aber auch zwei sehr interessante Memorials finden. Das eine erinnert an Matthew Webb, das andere an Charles Rolls. Beide Männer sind keine Söhne der Stadt, aber sie leisteten dort jeder auf seine Weise Pionierarbeit. Beide waren wohl Männer mit Visionen, Abenteuerlust und hoher Risikobereitschaft. Beide bezahlten letztere mit ihrem Leben. Nicht in Dover. Webb beim Versuch, die Niagarafälle zu durchschwimmen. Woher er seine Zuversicht nahm, dass das klappen könnte, kann was mit seiner Wahnsinnsleistung zu tun haben, die er zwischen Dover und Calais vollführte. Er schwamm als erster Mensch 1875 ohne technische Hilfsmittel die 33-Kilometer-Strecke zwischen den beiden genannten Städten und benötigte dafür weniger als 22 Stunden. Was mag er bloß auf seinem Weg gedacht haben, wie viel Salzwasser mag er wohl dabei unfreiwillig geschluckt haben?
Der andere Mann, Charles Stewart Rolls, war kein Geringerer als der Mitbegründer der englischen Automarke Rolls Royce. Seine große Liebe galt jedoch den Fliegern. Rolls war der erste Mensch, der den Channel gleich zweimal an einem Tag fliegend überquerte. Und das just in dem Jahr, in dem Webb in Dover das Denkmal gesetzt wurde – 1910.
1910, das Jahr seines Flieger-Triumphes, sollte für Rolls auch das letzte werden. 33-jährig stürzte er bei einem Flugwettbewerb in Bournemouth ab und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.

By the way: Der erste Mensch, der den Channel überhaupt überflog, war der Franzose Louis Bleriot. Der kam mit seinem selbst gebauten Leichtflugzeug aus seinem Heimatland rüber und landete es 1909 sicher direkt auf dem Plateau der Burg. Sein Flug, der 37 Minuten in Anspruch nahm, hätte fast ein böses Ende genommen, als die Maschine mitten über dem Kanal zu überhitzen drohte. Doch kam ihm in der Not Petrus zur Hilfe. Ein kräftiger Regenschauer kühlte die Maschine tatsächlich wieder runter. Skurriles am Rande: Da es in England zu dieser Zeit für ausländische Flugzeuge noch keine offizielle Erfassung gab, aber alles irgendwie seine britische Ordnung haben musste, wurde es von den Behörden in Dover ganz offiziell als Yacht registriert.

Quellen: “Writers on the Coast”, edited by Eric Bird and Lilian James, The Windrush Press 1992.

Internet: Wikipedia: Charles Rolls

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