Dover

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Off Dover Harbour – Jede Menge Seemannsgräber und Wracks

Wer mit der Autofähre klassisch über den Channel nach Dover übersetzt, hat in Erwartung eines schönen Urlaubs meist nur Augen für die Kreidefelsen und die Burg von Dover. Kaum jemand mag sich vorstellen, dass die Fähren täglich über einen riesigen Schiffsfriedhof fahren, der sich außerhalb der Hafenanlage erstreckt. Hunderte Schiffe sanken dort aus den verschiedensten Gründen und rissen tausende Menschen mit sich.

Natürlich liegen dort viele Schiffe, die in Kriegszeiten versenkt wurden, aber es liegen dort auch einige Schiffe, die wohl erst verunglücken mussten, bevor die Menschen erkannten, dass der zunehmende Schiffsverkehr im Kanal professionell gesteuert werden muss. Immer wieder stießen Schiffe im dichten Nebel zusammen und sorgten für schlimme Dramen im Kanal.  Das Jahr 1971 hatte kaum begonnen, als es zu zwei schweren Unfällen kam. Am 12. des Monats geriet zunächst der Tanker Texaco Caribbean durch einen Zusammenstoß mit einem Frachter in Seenot. Es gab eine große Explosion und das Schiff zerbrach in zwei Teile. Acht Besatzungsmitglieder starben. Während das Vorderteil unterging, blieb das Heck auf dem Wasser. Am folgenden Tag kollidierte der Frachter Brandenburg mit eben diesem Heck des Tankers. 20 Seeleute fanden dabei den Tod.

Die Schiffsteile lagen tief im Wasser und trieben dort umher. Sechs Wochen darauf kam ein weiterer Frachter mit den Wracks in unglücksselige Berührung und sank mit 21 Menschen an Bord. Erst darauf wurde damit begonnen, die „Unfallstelle“ mit Signalbooten und Signalbojen zu sichern. Es dauerte dann nochmal geschlagene 18 Monate, bis die Schiffe an Positionen lagen, die aufgrund ihrer Tiefe für andere Schiffe als gefahrlos eingestuft werden konnten. Immerhin waren diese Unglücke der Anlass dafür, Seezeichen einheitlich zu gestalten und für jedes Schiff verbindlich zu machen.

Und ganz dicht am Hafen von Dover liegt ein deutsches Schiff auf dem Grund, das einst das weltgrößte Segelschiff mit fünf Masten darstellte: die Preußen. Auch ohne Hilfsmotor ausgestattet stellte das Vollschiff die Dampfer seiner Zeit in den Schatten und brachte es auf stolze acht Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit. Je nach Wetterlage konnte sie in der Spitze mehr als 20 Knoten erreichen. Als Königin der See oder auch als Flying P-Liner war das 1902 erbaute Schiff weltweit bekannt und als Meisterwerk anerkannt. Der höchste der fünf Masten brachte es auf stolze 68 Meter. Briefmarkensammler kennen die Preußen als schönes Motiv, selbst die Falkland Islands verewigten sie auf einer schönen Sammler-Marke.

Nun, die außergewöhnliche Geschwindigkeit wurde dem Schiff nur acht Jahre nach seinem Bau zum Verhängnis. Es war die Brighton aus England, die eigentlich hätte ausweichen müssen, aber davon überzeugt war, sie noch leicht kreuzen zu können. Ein fataler Irrtum. Es krachte gehörig. Durch die Schäden war die Preußen manövrierunfähig und trieb auf die Klippen von Dover zu, dann fuhr sie auf einen Unterwasserfelsen auf. Sie hing fest. Abbergungsversuche mit zwölf Schleppern scheiterten. Immerhin konnte sich die Mannschaft in die Boote retten. Auch ein Teil der Ladung und des Inventars wurde gerettet, doch das Schiff ging doch noch verloren, nachdem es für einige Jahre vor den weißen Klippen Stellung bezogen hatte. Ein Sturm zog das marode gewordene Schiff dann irgendwann nach dem Ersten Weltkrieg schließlich vom Felsen und dann in die Tiefe. 

Quellen:

Internet: Wikipedia

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