Samphire Hoe

Samphire Hoe

Das Land, das nie war und doch jetzt ist

Unterhalb von Shakespeare Cliff, einem Teil der weißen Klippen zwischen Dover und Folkestone, eröffnet sich eine kleine Naturwunderwelt. Ein Fleckchen Erde, das es ohne den Eurotunnelbau niemals gegeben hätte. Ja, hier wurde der Aushub für den Tunnel landgewinnend unterhalb der Cliffs angeschüttet, Insgesamt 4,9 Kubikmeter Material. Herausgekommen ist ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet, das öffentlich zugänglich ist. Um dorthin zu gelangen, fährt man sogar durch einen Kreidefelsen-Tunnel. Mehr als 200 verschiedene Pflanzen, mehr als 200 Vogelarten und mehr als 30 Schmetterlingsarten haben sich dort nachweislich angesiedelt. Kleine Spazierwege führen durch das Naturschutzgebiet direkt am Wasser mit friedlichen Kühen, die ihr besonderes Glück am Meer zu grasen, hoffentlich zu schätzen wissen.

Der Name Samphire Hoe geht tatsächlich auf William Shakespeare zurück. Er besuchte seinerzeit auch die Küstenregion rund um Dover. Nicht umsonst erhielt der Abschnitt oberhalb des Naturschutzgebiets den Namen Shakespeare Cliff. Auf den „Aushub“ siedelte sich unter anderem Rock Samphire, zu deutsch Meerfenchel, an. Meerfenchel ist essbar und wurde schon in der Antike auch zu diesem Zwecke gesammelt. Weil nun der Meister aller Dichter in seinem Werk King Lear, das Sammeln von Samphire erwähnt, kam die pensionierte Lehrerin Mrs Gillian Janaway auf die Idee, das neue Land unterhalb von Shakespeare Cliff ebenfalls in Beziehung zu dem berühmten Mann aus Stratford zu setzen. Als Eurotunnel und die Lokalzeitung Dover Express offiziell nach einem Namen suchen ließen, reichte Sie den Vorschlag Samphire Hoe ein und gewann. 2011 verstarb die Namensgeberin, doch bleibt ihr Name nun auch eng verbunden mit dem Land, das nie war und doch jetzt ist.

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